Blick auf Meran
Blick auf Meran

Algund

Algund im Vordergrund die Brunnenburg

Algund im Vordergrund die Brunnenburg

Algund von oben

Algund verfügt über ein ausgedehntes Wanderwegenetz, zu dem auch der Meraner Höhenweg zählt.

In unmittelbarer Nähe zur Stadt Meran liegt am Fuße des Naturparks Texelgruppe das ‚Gartendorf Algund’, das heute etwas mehr als 5000 Einwohner zählt. Über eine Fläche von 23,6 Kilometern erstreckt sich ein 160 Kilometer langes Wanderwegenetz, zu dem auch der Meraner Höhenweg zählt. Das Dorf ist vom Tourismus sowie vom Apfel- und Weinbau geprägt; seit 1999 ist es über die Schnellstraße MeBo direkt mit der Landeshauptstadt Bozen verbunden. Algund umfasst die Fraktionen Aschbach (eine ‚Enklave’ zwischen den Gemeinden Partschins und Plaus), Dorf, Forst, Mitterplars, Mühlbach, Oberplars und Vellau.

Tipp

Gut geplant ist sicher gewandert:

Abstiegs- oder auch Zustiegsmöglichkeit zum Meraner Höhenweg.

Starten sie ihre Wanderung vom Tal aus, gibt es verschiedene Einstiegs- oder Abstiegsmöglichkeiten am Meraner Höhenweg. In der Gemeinde Algund über den Sessellift Plars – Vellau & Gondellift Vellau – Leiteralm in Algund  (www.gasteiger.it). Hier fahren auch öffentliche Verkehrsmittel oder sie bestellen sich ein Wandertaxi.

Tipps kann Ihnen sicher auch Ihr Gastgeber anbieten!

Am Hochkreuz in Algund, direkt am neuen Fernradweg Via Claudia Augusta, laden die riesigen ‚Trauttmansdorffer Thronsessel’ zu einem Blick über Algund ein – auf Schloss Forst und die gleichnamige Brauerei, auf die neue Pfarrkirche im Ortsteil Mühlbach (ein Beispiel gelungener zeitgenössischer Architektur – sie zählt zu den schönsten und modernsten Kirchen im gesamten Alpenraum), auf das altehrwürdige Dominikanerinnenkloster Maria Steinach (1241 gegründet) und auf die vielen sehenswerten Kirchen und Kapellen, die über die Ortsteile von Algund verstreut sind. Selbstverständlich kann der Blick auch über das gesamte Meraner Land schweifen.

Jede der zahlreichen Algunder Kirchen hat ihren besonderen Reiz: alte Pfarrkirche St. Hippolyt im Dorf (weist drei Bauperioden auf: Gotik, Romanik und Renaissance; heutiger Bau aus dem 17. Jahrhundert), Dominikanerinnenkloster Maria Steinach mit Marienkirche (aus der Frühgotik), Kirchlein Maria Schnee in Aschbach (1695 erbaut), Kirche zum Heiligsten Herzen Jesu in Aschbach (1890 geweiht), Kirchlein zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Vellau (1742 erbaut, 1894 umgebaut), Klosterkirche Maria Steinach (Bau aus dem 13. Jahrhundert), Kirche in Oberplars (spätgotische Kirche zum Heiligen Ulrich, 1493 erstmals urkundlich erwähnt).

‚Neue Kirche’ zum Heiligen Josef

1971 wurde in Algund der Bau einer neuen Kirche abgeschlossen, die einen für das Alpenland recht untypischen, 70 Meter hohen, nadelförmig zulaufenden Turm aufweist. Weiters ist die Kirche zum Heiligen Josef – im Gegensatz zu den traditionellen Bauten – nach Süden ausgerichtet; das Gebäude weist eine sechseckige Grundstruktur auf. Außergewöhnlich ist zudem der in die Breite ausgerichtete Kirchenraum; dieser lässt die Besucher näher an den Altar rücken. Der moderne Sakralbau mit seiner reichhaltigen Symbolik (nach Plänen von Architekt Willi Gutweniger befindet sich im neuen, touristisch geprägten Ortszentrum in Algund.

Mehr Informationen (www.algund.info)

Spezialbierbrauerei Forst

Der Ortsteil Forst beherbergt neben dem gleichnamigen Schloss auch den Stammsitz der gleichnamigen Spezialbierbrauerei – sowie eine Forst-Braugaststätte samt Braugarten (wie es sie auch in Meran gibt). Die größte Brauerei Südtirols (und eine der größten Italiens) wurde 1857 gegründet; seit 1863 ist die ‚Forst’ im Eigentum der Familie Fuchs, welche diese heute in der vierten Generation führt. Neben der Produktion und dem Verkauf von verschiedenen Biersorten vertreibt das Unternehmen auch erfolgreich Mineralwasser (‚Meraner Mineralwasser’ und ‚Kaiserwasser’). Das Wasser für die Bierherstellung in den Sudhäusern in Forst kommt direkt von den nahen Quellen am Marlinger Josefsberg.

Mehr Informationen (www.forst.it)

Römischer Brückenkopf

Mittlerweile ist es gewiss: Der lange Zeit als römisches Relikt bezeichnete Brückenkopf an der orographisch linken Etschseite in Algund stammt aus dem Mittelalter. Unmittelbar darüber wurde vor etwa 200 Jahren eine Kapelle mit Bildstock errichtet. Seit wenigen Jahren gibt es an diesem ‚historischen Ort’ auch ein ganz kleines,  aber dennoch interessantes Museum: Dieses informiert über den Brückenkopf – und über die 15 n. Chr. errichtete römische Kaiserstraße, welche den süddeutschen Raum mit der italienischen Poebene verbunden hat. Die ‚Via Claudia Augusta’ hat wahrscheinlich bei Algund die Etsch überquert; sie erlebt heute als touristische Route (‚Europas Kulturachse’) wieder große Beachtung.

Mehr Informationen (www.viaclaudia.org)

Algunder Menhire

Die für den südfranzösischen Raum typischen Menhire sind vorgeschichtliche, längliche Steinblöcke, die aufrecht niedergestellt worden sind. In Algund fand der Meraner Heimatforscher Matthias Ladurner-Parthanes 1932 und 1942 im Plarser Schuttkegel jeweils zwei dieser leicht bearbeiteten Figurenmenhire. Die ‚Kultsteine’ sind aus Laaser Marmor gefertigt und bis zu 2,75 Meter hoch – sie stammen aus der Stein-Kupferzeit. Abbildungen aller vier Menhire kann man heute vor dem Tourismusbüro in Algund bewundern; die 1932 gefundenen Originale befinden sich im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen (wo auch Ötzi, der ‚Mann aus dem Eis’ ausgestellt ist), die beiden anderen Steine im Palais Mamming Museum in Meran.

Mehr Informationen (www.gletschermumie.org)

Kraftwerk Töll

Die Töll ist ein Ortsteil von Partschins; mit der Töll meint man aber auch die Steilstufe des Etschtales, welche die geografische Grenze zwischen dem Vinschgau und dem Burggrafenamt bildet – und bis nach Marling und Algund reicht. Das nur mit einem mäßigen Gefälle fließende Etschwasser fällt hier in einer nur kurzen Distanz einen Höhenunterschied von knapp 200 Meter hinab. Diesen Umstand nutzt das Kraftwerk Töll, das vom Ingenieur Oskar von Miller (dem Gründer des Deutschen Museums in München) projektiert und 1896 fertiggestellt worden ist. Seit 1898 ist die nur von außen zu besichtigende Anlage (Wasserfassung auf der Töll – Krafthaus im Algunder Talbecken) in Betrieb – und besiegelte das Ende der Gaslampen in Meran und Bozen: Erstmals gingen die Lichter einer elektrischen Straßenbeleuchtung an. 1925 ging zusätzlich das Kraftwerk Marling in Betrieb, das Strom für die Industriebetriebe in Meran-Sinich liefern sollte.

Mehr Informationen (www.alperia.eu)

Algunder Waalweg

Der Algunder Waalweg ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Über rund sechs Kilometer führt der Algunder Waalweg von Ober- und Mitterplars über Algund bis Gratsch; in etwa zwei Stunden ist dieser gemütliche Spazierweg auf fast ebenem Steig im Sommer wie im Winter leicht zu schaffen. Er führt entlang des 1333 erstmals erwähnten ‚Bewässerungskanals’ durch Obstwiesen und Mischwäldern und nicht zuletzt an den charakteristischen Weinbergen vorbei. Der Weg ist großteils in seinem ursprünglichen Zustand erhalten – er verfügt über zahlreiche Aussichtspunkte, die den Blick über das Dorf Algund und das gesamte Etschtal schweifen lassen, immer begleitet vom Plätschern des Waalwassers. In Gratsch geht es weiter über den Tappeinerweg bis mitten ins Zentrum der Stadt Meran und nach Dorf Tirol.

Mehr Informationen (www.algund.info)

Algunder Sennerei

Die Algunder Sennerei verarbeitet die Milch der Bergbauernhöfe welche teilweise am Meraner Höhenweg liegen.

Die Sennereigenossenschaft Algund wurde 1899 gegründet. 52 Bergbauernhöfe, die zwischen 800 und 1500 Meter gelegen sind, liefern heute Tag für Tag die wertvolle, reine Milch für die verschiedenen Köstlichkeiten der Algunder Sennerei – aus Algund (Vellau, Aschbach), Partschins (Quadrat, Tabland), Plaus, Marling und Naturns (Sonnenberg). Das auch direkt in Algund verkaufte Sortiment reicht von Voll- und Buttermilch über Sahne, Joghurt, Butter und Quark bis hin zu den unterschiedlichen Käsesorten (z.B. Vellauer Frischkäse, Algunder Graukäse, Aschbacher Magerkäse, Scheeberger Camembert, Psairer Ziegenkäse usw.) – von naturrein bis würzig und pikant.

Mehr Informationen (www.sennereialgund.it)