Wandern im Hochgebirge nur mit der richtigen Ausrüstung
Wandern im Hochgebirge nur mit der richtigen Ausrüstung

Kastelbell-Tschars

Die Vinschger Bahn passiert Kastelbell

Am linken Ufer der Etsch, trohnt auf einem mächtigen Felsvorsprung das bereits im Jahre 1238 erwähnte Schloss Kastelbell. Neben kulturellen Veranstaltungen werden im Schloss auch Führungen angeboten. Am rechten Etschufer fährt die bekannte Vinschger Bahnlinie zwischen Meran und Mals.

Schloss Juval

Blick vom Meraner Höhenweg auf den Weiler Juval mit dem gleichnamigen Schloss Juval Privatschloss Reinhold Messners und Museum.

WeilerJuval

Blick vom Meraner Höhenweg auf den Weiler Juval.

Wandern mit Leki

Die Waale sind ein typisches und sehr altes Bewässerungssystem in der westlichen Landeshälfte Südtirols. Der Schnalser Waalweg von Altrateis im Schnalstal bis Juval-Kastelbell ist nicht immer geöffnet da das Gebiet sehr steinschlaggefährdet ist.

1928 wurden die beiden Vinschgauer Ortschaften Kastelbell und Tschars verwaltungsmäßig zusammengeschlossen. Kastelbell-Tschars, das nahe der Einfahrt ins Schnalstal zwischen Naturns und Latsch liegt, zählt heute rund 2300 Einwohner. Die Gemeinde erstreckt sich inmitten von ausgedehnten Obstanlagen von der Latschander-Schlucht im Westen bis nahe der Mündung des Schnalser Baches in die Etsch im Osten. Am Nörderberg reichen Weiler und Einzelhöfe bis zum Ultner Bergkamm.

Besondere Sehenswürdigkeiten in der Doppelgemeinde Kastelbell-Tschars sind Schloss Juval (Museum und Sommerresidenz des Extrembergsteigers Reinhold Messner), Schloss Kastelbell, Ansitz Kasten und Schloss Hochgalsaun. Zum auf 587 Metern Meereshöhe gelegenen Hauptort Kastelbell zählen die Fraktionen Freiberg, Galsaun, Juval, Latschinig, Marein, Tomberg, Trumsberg und Tschars. Sehenswerte Naturdenkmäler sind die Kofelraster Seen sowie die Zirmtal-Seen.

Kastelbell-Tschars liegt zwischen 556 und 2912 Metern Meereshöhe – und verfügt über ein rund 50 Kilometer langes Wanderwegenetz (vor allem Waalwege). Mit über 25 Hektar Anbaufläche ist das Dorf (vor allem die Fraktionen Kastelbell, Galsaun, Tschars und Juval) die größte Weinbaugemeinde im eher trockenen Vinschgau; hier reifen weiße und rote Sorten: Chardonnay, Weißburgunder, Ruländer, Gewürztraminer und Riesling sowie Vernatsch, Zweigelt und Blauburgunder.

Pfarrkirche St. Andreas

In Kastelbell können gleich zwei Pfarrkirchen besichtigt werden: Bei der alten Pfarrkirche zum Hl. Andreas in Marein-Kastellbell handelt es sich um eine Hallenkirche mit Dreiecksgiebel, mit Spitzbogenfenstern und einem Portal aus weißem Marmor (mit der Jahreszahl 1622). Die Kirche wurde um 1400 erbaut – und verfügt über einen schlanken, viereckigen Glockenturm aus dem 17. Jhd. Der Altar geht auf das 18. Jhd. zurück; an der Seite stehen die Figuren des Hl. Vigilius und des Hl. Ulrich. Bei der Kirche befindet sich der Friedhof mit einer neoromanischen Kapelle. 1973 wurde die neue Pfarrkirche St. Andreas in Marein-Kastellbell errichtet – dabei wurde versucht, den heutigen Geist mit der Vergangenheit, also Modernes und Traditionelles, zu vereinen. Auf einem weißen Unterbau ist eine Fensterfront aufgesetzt; ein Stahlgerüst bildet das Dach. Erst 1984 kam der eigenwillig erscheinende, freistehende Kirchturm mit quadratischem Grundriss und spitzem Pyramidendach dazu.

Mehr Informationen (www.pfarrei-naturns.it)

Schloss Kastelbell

Das 1238 urkundlich erwähnte Schloss Kastelbell befindet sich auf einem mächtigen Felsblock oberhalb der Vinschgauer Straße auf der orographisch linken Etschseite. Schon viel früher wurde es von den Herren von Montalban, einem einflussreichen welfischen Adelsgeschlecht, erbaut. Es gelangte dann in den Besitz der Landesfürsten, der Grafen von Tirol – als Pfandlehen ging es 1531 an die Familie Hendl über: Diese führte jene Vergrößerungen und Veränderungen durch, denen die Anlage ihre jetzige Form verdankt. 1823 und 1824 wurde Schloss Kastelbell weitgehend zerstört; es verfiel zunehmend zu einer Ruine. Von 1987 bis 1995 erfolgte eine umfassende Restaurierung; seit 1999 hat das Kuratorium Schloss Kastelbell die Führung übernommen: Im öffentlich zugänglichen Schloss, das mittlerweile dem Land Südtirol gehört, finden seither regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt – eine Dauerausstellung beschäftigt sich mit der „Via Claudia Augusta“, der ‚römischen Hauptstraße durch den Vinschgau’.

Mehr Informationen (www.schloss-kastelbell.com)

Schnalser Waalweg

Die charakteristischen Waalwege bieten heute eine einmalige Wandermöglichkeit im Vinschgau und im Burggrafenamt. Im 13. Jahrhundert wurden die so genannten Waale, die Teil eines Bewässerungsystems in der westlichen Landeshälfte sind, erstmals urkundlich erwähnt: Gerade in niederschlagsarmen Gegenden, wie im unteren Vinschgau, leiteten die Bauern das Wasser aus höheren Berglagen in schmalen Kanälen ab, um ihre Äcker und Felder zu bewässern. Viele dieser Waale sind heute noch erhalten (und werden auch genutzt) – außerdem sind sie beliebte Familienwanderwege (Stabener Waalweg, Tscharser Waalweg, Latschander Waalweg, aber auch Partschinser Waalweg, Algunder Waalweg oder Marlinger Waalweg). Besonders geschätzt wird der Schnalser Waalweg, der vom Weiler Alt-Rateis bis nach Schloss Juval führt – die gemütliche Strecke von 11 Kilometern verläuft entlang des historischen Wasserlaufes am Vinschger Sonnenberg und weist einen Höhenunterschied von lediglich 370 Metern auf.

Mehr Informationen (www.vinschgau.net)

Pfarrkirche St. Martin

Sehenswert ist sicherlich die Pfarrkirche St. Martin in Tschars. Deren ursprüngliche romanische Form ist heute kaum noch zu erkennen (aus der Zeit des Übergangs vom romanischen Stil des 13. Jhd. zum gotischen Stil ist etwa noch ein Relief eines Löwen zu sehen). Am Hauptportal, das mit weißem Marmor verarbeitet ist, kann man die Jahreszahl 1518 sehen – sie dokumentiert den spätgotischen Umbau. Hervorzuheben ist der monumentale Turm mit seinem viereckigen Grundriss und seiner barocken Zwiebelkuppel. Das zentrale Deckenbild in der einschiffigen Kirche zeigt die Aufnahme des namensgebenden Hl. Martin in den Himmel – es ist in der zweiten Hälfte des 18. Jhd. entstanden (gleich wie das Chorfresko mit der Taufe des Hl. Martin). Die Figuren an der Seite des Altars aus dem frühen 17. Jhd. stellen die Hl. Notburga und die Hl. Barbara dar. Auf den Bildern sind am Seitenaltar die Gottesmutter mit Kind und der Hl. Dominikus (der den Rosenkranz entgegennimmt) sowie am Hauptaltar der Hl. Josef mit dem Jesusknaben und der Hl. Urban dargestellt.

Mehr Informationen (www.pfarrei-naturns.it)