Weg Nr. 24
Weg Nr. 24

Natura 2000 Gebiet Pfossental im Naturpark Texelgruppe

Das Natura-2000-Gebiet "Pfossental" liegt im westlichen Teil des Naturparks Texelgruppe. Es erstreckt sich  südlich des Schnalser-Kamms – dem Grat zwischen der Hohen Wilde und der Finailspitze im hinteren Schnalstal

– bis hin zu den Sonnenhängen oberhalb von Naturns und Rabland. Die ausgedehnten Nadelwälder auf der orographisch linken Seite des Schnalstals sind ebenfalls enthalten. Im Südwesten bildet die über die 3.000-der  der Texelgruppe führende Gratlinie zwischen der Zielspitze (3.000 m), Kirchbachspitze (3.053 m), Gfallwand (3.175 m), Texelspitze (3.315 m) und dem Roteck (3.337 m) bis hin zur Hohen Weiße (3.275 m) eine natürliche Grenze.

 

Im Pfossental und auf den Hängen zum Schnalstal erreichten Dauersiedlungen Höhen wie in kaum einem  anderen Teil der Alpen. Heute sind die ehemals ganzjährig bewirtschafteten Schwaighöfe Eishof (2.083 m),  Metzlaunhof (2.023 m), Rableit (2.004 m) usw. in Almen umgewandelt. Der jahrhundertelang währende  weidewirtschaftliche Einfluss ist jedoch nicht spurlos an der Landschaft vorübergegangen.

 

Das Weidevieh hat die Zirben fast vollständig aus den ursprünglichen Wäldern verdrängt. Im hinteren Schnalstal blieben beinah reine Lärchenbestände zurück. Bei sonnigem Herbstwetter leuchten diese mit ihren goldgelben  Farben in einem beeindruckenden Kontrast mit dem Blau des Himmels um die Wette. Die weidewirtschaftliche Nutzung drängte auch den Zwergstrauchgürtel großflächig zurück.

Floristisch von besonderem Interesse ist der Zwerghahnenfuß Ranunculus pygmaeus – ein Zeuge längst vergangener Tage, hat er doch offenbar die letzte Eiszeit hier überlebt – und der seltene Nordische Drachenkopf Dracocephalum ruyschiana.

In den schwer zugänglichen Bergregionen und abgeschiedenen Tälern trifft man auf die gesamte Palette der typischen Gebirgsfauna. Im Gebiet brüten verschiedene Vogelarten, die im Anhang I der VRL geführt werden: z.B. Steinadler, Sperlingskauz, Alpenschneehuhn, Steinhuhn, Birkhuhn, Auerhuhn und Neuntöter. Erwähnenswert ist auch die große Steinwildkolonie, die in den den letzten Jahren stark gewachsen ist.

Diese Hochgebirgslandschaft ist reich an glazialen Formenschätzen.

Gletscherschliffe, Moränen, Hängetäler, wannenförmige Talkessel usw. zeugen von der beeindruckenden Gestaltungskraft der eiszeitlichen Gletscher.

Der glaziale Einfluss bei der Genese dieser Landschaft, die unterschiedliche Höhenverteilung, die Verzahnung von Silikat- und Kalksubstraten sowie der Einfluss des Wassers und des Menschen schafften eine außerordentliche Landschaftsvielfalt. Mit Wärme liebenden Buschwäldern und Trockengesellschaften am Vinschgauer Sonnenberg, ausgedehnten Lärchenwäldern (insbesondere im Schnalstal), zahlreichen  Feuchtstandorten, alpinen Rasen und Gletschern ist im Park eine breite Lebensraumpalette vertreten, die zahlreiche Klimazonen repräsentiert. Eine Wanderung von den submediterran geprägten Hängen des Vinschgaus bis hinauf auf die Dreitausender der Texelgruppe und des Schnalser Kamms kommt einer Reise über Tausende von Kilometern und mehreren Breitengraden gleich.

Im Herzen dieses Gebiets liegt eines der schönsten und naturräumlich vielfältigsten Hochtäler Südtirols: das Pfossental. Das Tal zweigt auf der orographisch linken Seite bei Karthaus ab und führt durch eine Schlucht mit  fast vertikalen Hangfluchten weit in das Gebiet hinein. Erst langsam öffnet sich dieser Talboden U-förmig und der Blick wird frei auf die außergewöhnliche Hochgebirgslandschaft.